Mobilität und Komfort für Zuhause

Nützliches Hilfsmittel: der Pflegesessel

Pflegebedürftige Senioren verbringen zwangsläufig viel Zeit im Sitzen oder Liegen. Ein Pflegesessel ist speziell für diese Situation konzipiert und verfügt über viele Funktionen, die sowohl dem Nutzer als auch Angehörigen und Pflegekräften den Alltag erleichtern. Ein Pflegesessel muss in der Regel allerdings selbst finanziert werden.

Viele haben zu Hause bereits einen bequemen Sessel, in dem sie sich entspannen, lesen oder fernsehen.

Andere haben dazu bisher das Sofa genutzt, finden es aber zunehmend mühsam, daraus aufzustehen. Bei einem Sofa lässt sich außerdem die Sitzposition nicht verstellen. Was für einen gesunden Menschen für einen Abend ausreichend bequem ist, ist dies nicht unbedingt bei Rheuma, nach einer Hüftoperation oder nach einem Schlaganfall.

Pflegesessel

Funktionen eines Pflegesessels

  • Ergonomisches Design, das darauf ausgerichtet ist, auch längere Zeit schmerzfreies Sitzen zu ermöglichen.
  • Zahlreiche Verstelloptionen bis hin zum waagrechten Liegen, selbstverständlich mit einer Unterstützung der Beine – mechanisch und/oder elektrisch.
  • Robustes Material, das sich leicht reinigen lässt, sei es von verschüttetem Kaffee oder bei Missgeschicken aufgrund von Inkontinenz.
  • Aufstehhilfe integriert: Die sitzende Person kann sich vom Sessel ein Stück Richtung Senkrechte heben lassen und so leichter selbst aufstehen. Wenn sie sicher steht, fährt der Sessel auf Knopfdruck zurück in seine Normalposition.
  • Einige Modelle verfügen über Rollen und lassen sich so von einer Hilfsperson in der ganzen Wohnung bewegen.
  • Bei vielen Modellen können auch einzelne Elemente wie Armlehnen und Kopfstützen verstellt oder sogar abgenommen werden.
  • Mechanische Zusatzfunktionen: Tisch zum Einstecken, Dekubitus-Kissen, Infusionsständer
  • Elektrische Zusatzfunktionen: Wärme und Massage, Messung von Vitalfunktionen, Handy laden, Hausnotruf

Kosten

Der Pflegesessel ist ein nützliches Hilfsmittel, das den Alltag mit körperlichen Einschränkungen erleichtert. Das macht es auch für pflegende Angehörige und professionelle Pflegekräfte einfacher. Er ist bisher jedoch nicht in das Hilfsmittelverzeichnis aufgenommen worden. Die Kosten werden deshalb bisher nicht von den Kassen übernommen. In manchen Fällen zahlt die Krankenkasse einen Zuschuss für einen Pflegesessel mit Aufstehhilfe, wenn der Arzt das für sinnvoll hält. Dies sollte vor dem Kauf geklärt werden.

Einfache Modelle gibt es schon für unter 1000 Euro. Je mehr Funktionen und je höher die Ansprüche an das Bezugsmaterial, desto teurer wird es. In jedem Fall muss geprüft werden, ob das ausgewählte Modell auch den Bedürfnissen der Person entspricht, die es nutzen soll.

Wahl des Pflegesessels

Vor dem Kauf eines Pflegesessels sollten einige Dinge bedacht werden. Wie groß und schwer ist die Person, die den Pflegesessel mit Aufstehhilfe nutzen wird? Für jemanden, der sehr klein ist, oder jemanden mit starkem Übergewicht ist ein Standardmodell nicht geeignet. Die Hersteller haben aber auch Sondergrößen im Programm. Optimal ist, wenn der zukünftige Nutzer den Sessel vorher testen kann. Ist dies nicht möglich, hilft nur, vorher die Beinlänge und den Bedarf an Sitzfläche auszumessen.

Soll der Sessel rollbar sein? Ein rollbarer Pflegesessel ist nützlich, wenn die pflegebedürftige Person nicht mehr gut selbst gehen kann. Solche Modelle haben einen stabilen Handgriff an der Rückenlehne. Bei manchen klappt sich sogar eine Fußstütze aus. Der Sessel kann so im Wohnzimmer, am Esstisch oder auf der Terrasse platziert werden, sofern der Weg dorthin barrierefrei und nicht zu eng ist. Soll der Sessel aber ohnehin nur fest an einem Platz stehen, sind Rollen nicht notwendig.

Für welches Krankheitsbild wird besondere Unterstützung benötigt? Manche Senioren haben einfach nur Probleme beim Aufstehen, weil ihre Gelenke schmerzen. Andere wollen ihre geschwollenen Beine hochlegen, haben Schmerzen in der Hüfte oder im Rücken. Die meisten Pflegesessel-Modelle sind zwar für einen vielfältigen Einsatz ausgelegt. Es ist jedoch sinnvoll, sich vorher zu überlegen, auf welche Funktion man besonders Wert legt, und das Modell danach auszuwählen.

Pflegesessel sind nicht billig und müssen meist privat bezahlt werden. Es empfiehlt sich deshalb, ein Modell zu wählen, das nicht nur für den aktuellen Pflegebedarf ausreicht, sondern auch noch, wenn der Hilfebedarf größer wird.

Die häufigsten Fragen

Ein Pflegesessel ist speziell für längeres Sitzen ausgelegt und verfügt über deutlich mehr Funktionen. Eine der wichtigsten ist die Aufstehhilfe. Er lässt sich außerdem in mehr Positionen einstellen, bis hin zu einer waagerechten Liegeposition. Material und Zubehör sind auf die Anforderungen in der Pflege ausgerichtet. Außerdem können beispielsweise die Armlehnen abgenommen werden, was ein Umsetzen und bestimmte Handgriffe der Pflege erleichtert.
Pflegesessel sind nicht im Hilfsmittelverzeichnis gelistet. Sie werden deshalb in der Regel nicht von den Kassen übernommen. Bei manchen Krankenkassen kann es jedoch nach Absprache einen Zuschuss für einen Pflegesessel mit Aufstehhilfe geben, wenn der Arzt ein entsprechendes Attest erstellt.
Es gibt Pflegesessel-Modelle mit Rollen. So kann der Sessel einfach dort platziert werden, wo er gerade gewünscht wird – sogar auf dem Balkon oder der Terrasse, wenn der Weg barrierefrei und nicht zu eng ist. Die pflegebedürftige Person kann dabei darin sitzen bleiben. So lässt sich vorhandener Raum genießen. Das hebt die Lebensqualität und erleichtert auch die Pflege, weil die Person nicht umgesetzt werden muss. Der Sessel kann allerdings nur von hinten geschoben und nicht vom Nutzer selbst bewegt werden. Er ersetzt also keinen Rollstuhl.