Pflegeheim
Im Alter gut versorgt

Pflegeheim: Wichtige Informationen zur vollstationären Pflege

Je nach Lebenssituation reicht die Betreuung eines Pflegebedürftigen durch einen ambulanten Pflegedienst zu Hause nicht mehr aus. Die Schwere der Pflegebedürftigkeit macht eine 24-stündige Betreuung notwendig, was die Unterbringung in einem Pflegeheim nahelegt. Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste über Pflegeheime in Deutschland, die anfallenden Kosten und welche Alternativen denkbar sind.

Pflegeheime

Was genau ist mit einem Pflegeheim gemeint?

Ein Pflegeheim ermöglicht die stationäre Versorgung von Pflegebedürftigen, falls diese in den eigenen vier Wänden nicht mehr möglich ist. Es handelt sich um ein spezielles Altenheim, bei dem das geschulte Personal 24 Stunden pro Tag bereitsteht und sich um die Pflege der Bewohner kümmert. Die Kosten hierfür zahlt der Pflegebedürftige oder seine Angehörigen anteilig, der Rest wird durch die gesetzliche Pflegekasse bezuschusst.

Die Unterbringung in einem Heim kann medizinisch notwendig sein oder dem Wunsch des Bedürftigen entsprechen. So gibt es vielleicht keine direkten Angehörigen, die sich zusammen mit einem ambulanten Pflegedienst um die häusliche Pflege kümmern könnten. Pflegeheime sorgen für eine Rundum-Versorgung des Bedürftigen, wobei je nach Pflegeeinrichtung die Ausstattung und Möblierung des Zimmers mitgebracht werden darf.

Mit welchen Wartezeiten muss ich rechnen?

Pflegeplätze in deutschen Pflegeheimen sind begehrt. Jede Einrichtung verfügt über eine Warteliste, in der sich Suchende eintragen lassen können. Je nach Schwere der Pflegebedürftigkeit oder anderen besonderen Umständen lässt sich die Warteliste umgehen, so dass es zu einer schnellen Unterbringung kommt.

Im Durchschnitt sollten Sie zwischen zwölf und 18 Monate zwischen der Kontaktaufnahme zu einem Heim und dem ersten Platz auf der Warteliste einkalkulieren. Hierbei gibt es regionale und finanzielle Unterschiede. In Heimen mit gehobener Ausstattung und Versorgung sind die Wartelisten kürzer. Gleiches gilt für Heime im ländlichen Raum im Vergleich zur Nachfrage nach Pflegeplätzen in Großstädten.

Wie teuer ist die Unterbringung im Heim?

Der Pflegeplatz in einem Heim ist im Vergleich zur ambulanten Pflege deutlich teurer. Im Durchschnitt sollten Betroffene zwischen 2.500 und 3.000 Euro als monatliche Kosten einrechnen, je nach Heim und Einrichtung sind ungefähr zwei Drittel hiervon selbst zu tragen.

Die Kosten hängen wesentlich von den benötigten oder gebuchten Leistungen ab, die in der vollstationären Pflege erwartet werden. Die Grundlage bilden die Hotelkosten, also die Unterbringung und Versorgung des Pflegebedürftigen. Hinzu kommen Zusatzkosten, die vom Angebot des Heims abhängen. Viele Pflegeheime halten beispielsweise ein breites Spektrum an Ausflügen oder kulturellen Angeboten bereit, die es genauso zu finanzieren gilt.

Muss ich die Kosten alleine tragen?

Die Pflegekosten müssen Sie nicht komplett alleine tragen. Es gibt einen Zuschuss aus der gesetzlichen Pflegeversicherung, der vom Pflegegrad des Pflegebedürftigen abhängt. Aktuell (Stand: 2021) ist der Kostenzuschuss wie folgt gestaffelt:

Die genannten Höchstbeträge gelten explizit für pflegerische Maßnahmen. Wird die Unterbringung in einem Pflegeheim durch freiwillige Extras wie eine vielseitige Freizeitgestaltung teurer, übernimmt die Pflegekasse die Kosten hierfür nicht.

Welche Alternativen gibt es?

Die vergleichsweise hohen Kosten erschweren es vielen Betroffenen, einen Pflegebedürftigen in einem Heim unterzubringen. Hier wird nach Alternativen gesucht, die auch für die Zeit zwischen Eintragung auf der Warteliste und Unterbringung in einem Heim eine Rolle spielen.

Bei einer gemäßigten Pflegebedürftigkeit kann die Versorgung durch einen ambulanten Pflegedienst, zusammen mit der Pflege durch Angehörige ausreichen. Ansonsten ist der 24-Stunden-Pflegedienst die wichtigste Alternative zum Pflegeheim.

Pflegekräfte dieser Art kümmern sich um die Grundpflege, helfen beim Gang zum Supermarkt und tragen zur aktiven Alltagsgestaltung des Pflegebedürftigen bei. Anders als in einem Pflegeheim wird ein Bedürftiger ausschließlich von einer einzigen Person betreut.

Die Kosten von 24-Stunden-Pflegediensten sind weit gefächert, im Regelfall jedoch erkennbar günstiger als die Unterbringung in einem Heim. Als haushaltsnahe Dienstleistung ist die Anstellung einer 24-Stunden-Pflegekraft zudem steuerlich mit maximal 4.000 Euro jährlich anrechenbar.

Lohnt ein Vergleich verschiedener Heime?

Der Vergleich ist Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen aus vielen Gründen anzuraten. Zum einen setzt jedes Heim auf eigene Pflege- und Zusatzangebote, was Unterbringung und Aufenthalt mehr oder weniger angenehm gestaltet. Dies spiegelt sich natürlich auch in den Kosten wider, die so einfacher auf das eigene Budget abzustimmen sind.

Der Vergleich der Pflegeheime sollte nicht alleine sachlichen Kriterien folgen. Der Pflegebedürftige sollte ein gutes Gefühl für sein „neues Zuhause“ haben und sich auf dem Gelände des Heimes wohlfühlen. Hier entscheiden Kleinigkeiten und persönliche Vorlieben, welches Pflegeheim in die engere Auswahl kommt.

Welche Erfahrungen gibt es mit Pflegeheimen?

Die Erfahrungen mit der vollstationären Pflege in Deutschland sind vielfältig. Für viele Bedürftige und Angehörige stellt die Heimunterbringung eine echte Entlastung und wertvolle Lösung dar, die vorliegende Pflegesituation zu entschärfen. Bietet das ausgesuchte Heim einen umfassenden Service mit freundlichen Mitarbeitern, kommt es zu durchweg positiven Erfahrungen.

Wesentlicher Kritikpunkt ist, dass Pflegebedürftige aus ihrem gewohnten Wohnumfeld gerissen werden. Gerade im steigenden Alter werden Veränderungen schwerer verkraftet, so dass die Unterbringung im Heim mit Angst und Isolation verbunden ist. Viele persönliche Gespräche mit dem Pflegebedürftigen und die Auswahl des richtigen Heims wirken solchen Sorgen und Ängsten entgegen.

Die häufigsten Fragen

Zwischen den Bundesländern gibt es teilweise erhebliche Unterschiede bei den Heimkosten. Während in Sachsen-Anhalt aktuell durchschnittlich 1.500 Euro zu zahlen sind, liegt der Eigenanteil in NRW bei durchschnittlich 2.400 Euro. Der Umzug in ein Pflegeheim in anderen Bundesländern kann somit erheblich beim Sparen helfen.
Eine frühzeitige Eintragung auf eine Warteliste gibt die größte Sicherheit, sich einen Pflegeplatz in einem Heim zu sichern. Falls zum Ende des Arbeitslebens etwas Kapital zur Verfügung steht, lässt sich in eine Pflegeimmobilie mit einem Vorzugsrecht für die Belegung investieren.

Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) und der Prüfdienst der privaten Krankenversicherer in Deutschland führen regelmäßig Prüfungen von Heimen durch. Beide sind für gesetzlich oder privat Versicherte somit der richtige Ansprechpartner, falls es zu Beanstandungen und Beschwerden rundum die Unterbringung in einem bestimmten Pflegeheim kommt.

Falls die Rente nicht reicht, kommen zunächst die Kinder für weitere Pflegekosten auf. Dies jedoch nur, wenn sie die jährliche Einkommensgrenze von 100.000 Euro übersteigen. Ansonsten kann das Sozialamt einen Zuschuss für eine angemessene Unterbringung leisten.