Betreuung
und Pflege
für Senioren

Die wichtigsten Fakten über betreutes Wohnen für Senioren

Viele Senioren benötigen Hilfe im Alter, möchten aber gleichzeitig so selbstbestimmt wie möglich leben. In einigen Fällen können Angehörige hier einspringen, doch nicht immer sind sie in der Lage, dauerhaft als Pflegehilfe zu agieren und das notwendige Maß an Unterstützung zu bieten. Hier kann das betreute Wohnen für Senioren eine gute Alternative sein. Um Ihnen eine Entscheidungshilfe zu geben, definieren wir kurz den Begriff und gehen dann auf die wichtigsten Kosten und Zuschüsse ein, die mit dem betreuten Wohnen für Senioren verbunden sind.

Anschließend skizzieren wir Vor- und Nachteile des betreuten Wohnens, zeigen mögliche Alternativen auf, schildern typische Erfahrungen und beschließen den Text mit den Antworten zu den häufigsten Fragen. Sollten Sie darüber hinaus noch Beratungsbedarf haben, zögern Sie bitte nicht, uns unverbindlich zu kontaktieren.

Betreutes Wohnen

Was zeichnet betreutes Wohnen für Senioren aus?

Zwar existiert keine allgemeingültige Legaldefinition, die zusammenfasst, was unter dem betreuten Wohnen für Senioren zu verstehen ist. Eine wichtige Orientierung bieten aber die Normen DIN 77800 sowie DIN 18040 I und II des Deutschen Institutes für Normung, die Qualitätsanforderungen für die Wohnform „Betreutes Wohnen für ältere Menschen“ enthalten. Demnach lassen sich die damit verbunden Leistungen in zwei Arten untergliedern,

nämlich in:

Die grundlegenden Leistungen sind beim betreuten Wohnen für Senioren vor allem das barrierefreie und altersgerechte Wohnumfeld sowie die Verfügbarkeit eines Hausnotrufes. So können auch körperlich beeinträchtigte Menschen hier möglichst selbstständig leben und bei einem Notfall schnelle Hilfe erhalten.

Während die Grundleistungen integraler Bestandteil des betreuten Wohnens sind, können Senioren die Wahlleistungen – teilweise auch Zusatzleistungen genannt – bei Bedarf in Anspruch nehmen. Typische Serviceleistungen sind in diesem Kontext etwa der Hausmeisterdienst sowie eine Haushalts- oder Pflegehilfe.

Welche Kosten und Zuschüsse gibt es?

Die Kosten, die mit dem betreuten Wohnen für Senioren verbunden sind, lassen sich nur schwer quantifizieren. Entscheidend sind hier nämlich zahlreiche Parameter:

  • Ausstattung
  • Größe
  • Kauf oder Miete
  • Lage
  • Verfügbare Wahlleistungen

 

Weil die Immobilie beim betreuten Wohnen immer barrierefrei gestaltet sein muss, ist gegenüber der Anmietung oder dem Kauf von klassischen Wohnungen stets ein Aufpreis zu entrichten. Dieser beträgt in der Regel mindestens 20 Prozent – etwa bezogen auf den Mietspiegel in der jeweiligen Region.

Während sich bei der Miete die anfänglichen Investitionen kleinhalten lassen, können Senioren durch den Kauf Belastungen durch spätere Mieterhöhungen verhindern. Allerdings entstehen auch hier laufende Ausgaben für die genutzten Wahlleistungen. Weitere Kosten entstehen bei der Miete durch das notwendige Wohndarlehen – meistens 4.000 Euro oder mehr – sowie beim Kauf durch die fällige Grunderwerbssteuer.

Glücklicherweise lassen sich diese Kosten durch Zuschüsse der Pflegekasse mindern. Schon bei Pflegegrad 1 entstehen monatliche Ansprüche von 125 Euro als Entlastungsleistung. Ab Pflegegrad 2 lässt sich zudem Pflegegeld beantragen – in voller Höhe steht dieses allerdings nur dann zur Verfügung, wenn nicht gleichzeitig auch ein Pflegedienst die Versorgung übernimmt. Werden die Pflegesachleistungen nicht voll ausgeschöpft, ist auch die Auszahlung eines Teils des Pflegegeldes möglich, um so die Ausgaben für das betreute Wohnen zu finanzieren. Bei niedrigem Einkommen ist es zudem möglich, von den Wohngeldregelungen zu profitieren.

Was für Alternativen gibt es für Senioren zum betreuten Wohnen?

Es lassen sich vor allem folgende Alternativen zum betreuten Wohnen unterscheiden:

  • Betreute Wohngemeinschaften
  • Rund-um-die-Uhr-Pflege
  • Seniorenheim
  • Stundenweise Betreuung

 

Wer die Vorteile des betreuten Wohnens genießen möchte, dabei aber nicht allein leben möchte, kann nach einer betreuten Wohngemeinschaft – auch Senioren-WG genannt – suchen. Speziell für stärker pflegebedürftige Personen eignet sich die Rund-um-die-Uhr-Pflege bzw. 24-Stunden-Betreuung. Im Gegensatz zu einem Platz im Seniorenheim können ältere Personen hier im vertrauten Umfeld verbleiben. Wenn eine Pflegehilfe nur zeitweise notwendig ist, kann auch die stundenweise Betreuung eine Möglichkeit sein – besonders wenn Senioren ihr Zuhause nicht dauerhaft verlassen möchten.

Welche Vor- und Nachteile hat das betreute Wohnen?

Beim betreuten Wohnen haben Senioren die Gelegenheit, relativ selbstbestimmt ihr Leben zu meistern. Durch die grundlegenden Leistungen wie den Hausnotruf und die barrierefreie Wohnung erhalten sie aber gleichzeitig ein hohes Maß an Sicherheit.

Zudem können ältere Menschen durch die Wahlleistungen genau das Maß an Unterstützung wählen, das sie benötigen.

Allerdings müssen Senioren dafür das vertraute heimische Umfeld verlassen, was besonders älteren Menschen oft schwerfällt.

 Für Menschen, die einen erhöhtem Pflegebedarf benötigen, ist diese Wohnform zudem nur eingeschränkt geeignet.

Wie sehen typische Erfahrungen aus?

Die Erfahrungen mit dem betreuten Wohnen sind überwiegend positiv, wenn Senioren es schaffen, die Bindungen an das oft lieb gewonnene Zuhause abzubrechen. Verantwortlich dafür ist das hohe Maß an Selbstständigkeit, das auch viele ältere Menschen schätzen, zumal bei Bedarf notwendige Unterstützungen zur Verfügung stehen. Zudem lässt sich das betreute Wohnen auch zusammen mit dem Partner oder der Partnerin genießen. Aus allen diesen Gründen ist die Nachfrage nach betreutem Wohnen für Senioren in vielen Regionen erfahrungsgemäß höher als das Angebot, sodass Interessenten zunächst oft mit einem Platz auf der Warteliste vorliebnehmen müssen.

Die häufigsten Fragen

Beim betreuten Wohnen für Senioren leben ältere Menschen möglichst selbstständig, erhalten jedoch bei Bedarf Unterstützung durch Betreuungspersonal. Neben Basisleistungen wie einem barrierefreien Umfeld und einem Hausnotruf können Sie auch Wahlleistungen wie einen Pflegedienst oder eine Haushaltshilfe in Anspruch nehmen.

Die älteren Menschen sollten ein noch relativ selbstständiges Leben führen können und wollen sowie nur geringfügig pflegebedürftig sein.

Die Kosten sind bei Miete und Kauf in der Regel um mindestens 20 Prozent höher, als es bei herkömmlichen Wohnungen der Fall ist. Weitere Kosten entstehen durch Wohndarlehen, Grunderwerbssteuer sowie monatlich zu zahlende Wahlleistungen.

Ab Pflegegrad 1 stehen Pflegebedürftigen monatlich 125 Euro als Entlastungsleistung zu. Bei Pflegegrad 2 können Betroffene zudem Pflegegeld beantragen und gegebenenfalls Pflegesachleistungen umwandeln. Bei geringem Einkommen ist auch Wohngeld eine Option.

Hohes Maß an Selbstständigkeit, Sicherheit durch grundlegende Leistungen und an individuelle Bedürfnisse anpassbar dank Wahlleistungen.

Der Verlust des gewohnten heimischen Umfeldes sowie nur eingeschränkte Eignung bei starker Pflegebedürftigkeit.

Eine Orientierung bieten die Normen DIN 77800 sowie DIN 18040 I und II, die das Deutsche Institut für Normung als Qualitätsanforderungen für „Betreutes Wohnen für ältere Menschen“ definiert.